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Alejandro Sanz – Los Videos (Warner Vision)
Shakira - Live & Off The Record (Sony)
Shakira - MTV Unplugged(Sony)
Sepultura - Chaos DVD (Roadrunner)
Simon & Garfunkel - The Concert In Central Park (Sonymusic)
Slayer - War At The Warfield (Island/DefJam)
Slipknot – Disasterpieces (Roadrunner; 2 DVD)
Slipknot – Welcome To Our Neighborhood (Roadrunner)
Sonny & Cher – The Sonny & Cher Ultimate Collection (bmg)
The best of Ringo Starr and his All Starr Band so far (Icestorm/DVD)
Starsailor - Love is here (Live)(EMI)
Cat Stevens - Majikat (Eagle Vision)
Supertramp - The Story so far (Polydor/Universal)

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Alejandro Sanz – Los Videos (Warner Vision)

Gleichzeitig mit dem 2001er Live-Video „El Alma Aire En Directo“ ist soeben diese imposante Kollektion „Los Videos“ erschienen. 235 Minuten geballte Latino-Power verteilen sich auf insgesamt drei Musikfilme über den spanischen Superstar Alejandro Sanz. „El Concierto Tour Mas 98“ zeigt den begnadeten Sänger, Komponisten und Instrumentalisten live vor einer extatischen Menge in Barcelona. Obwohl das Publikum zu 90 Prozent aus weiblichen Fans im zarten Teenager-Alter besteht, ist Sanz nachweislich mehr als eine One-Boy-Group. Anerkennung hat er beispielsweise mit vier Grammies und einem MTV-Unplugged-Auftritt in den letzten Jahren zu Recht auch außerhalb Spaniens und Lateinamerikas gewonnen. Seine Texte sind anspruchsvoll und sein musikalisches Können unbestritten.

Wem der tausendstimmige Chor des Livekonzerts nach einer Weile zu viel wird, kann die DVD kurzerhand umdrehen und wählen zwischen „Los Singles“ und „Alejandro Sanz“. Ersteres ist eine Sammlung mit allen zwölf Musikvideos, die Sanz zwischen 1991 und 1998 produziert hat. Darunter sind natürlich so bekannte und beliebte Songs wie „Lo ves?“ und „Pisando fuerte“. Die Doku „Alejandro Sanz“ schließlich schildert den steilen Aufstieg des Musikers innerhalb des letzten Jahrzehnts. Natürlich kommt Sanz dabei ausführlich zu Wort. Doch nicht nur das. Zu sehen gibt es außerdem viele Livemitschnitte, die Alejandro Sanz beispielsweise an der Seite des großen Paco de Lucia zeigen.

Bild- und Ton-Qualität der Musik-Clips befinden sich im oberen Bereich, bei der Doku sind einige leichte Abstriche zu machen. Auf Surrond-Klang muss der Zuhörer leider verzichten. Videos und Konzert sind durchgehend untertitelt, so dass derjenige, der des Spanischen mächtig ist, sich intensiver mit Sanz Poesie beschäftigen kann. Da ursprünglich wohl nicht für den internationalen Markt gedacht, fehlt der Dokumentation eine deutsche oder englische Untertitelung. Unter dem Strich bekommt man mit dieser DVD eine ganze Menge Gegenleistung für sein Geld. Mehr geht (fast) nicht.

Playlists:
El Concierto Tour Mas 98:
Intro:Hoy que no estas, La Margarita dijo no, Ese ultimo momento, Y si fuera ella; Un charquito de estrellas, Quiero morir en tu veneno, Siempre es de noche, Mi soledad y yo, Viviendo deprisa, La fuerza del corazon, Si hay dios, Lo ves, Aquello que me diste, Amiga mia, Por bandera, Presentacion de los musicos, Corazon partio, Bulerias (Potpurri), Medlex

Los Singles:
Los dos cogidos de la mano, Pisando fuerte, Si tu me miras, Como te echo de menos, La fuerza del corazon, Mi soledad y yo, Lo ves, Y si fuera ella, Corazon partio, Amiga mia, Aquello que me diste, Corazon partio-latin mix

Alejandro Sanz:
l exito/Corazon partio, Recuerdos de la invfancia/Tu letra podre acariciar, Viviendo deprisa/Se le apago la luz/Pisando fuerte, Si tu me miras/Si tu me miras, Basico/A golpes contra el calendario/Los dos cogidos de la mano, Alejandro Sanz 3/La fuerza del corazon/Quiero morir en tu veneno/Lo ves/Mi primera cancion/Bulerias del Manuel
Mas/Y si fuera ella/Amiga mia/Corazon partio/Se me olvido todo al verte (235 min.)

Extras: direkte Titelanwahl

Laufzeit: 235 Minuten
DVD-Typ: 10
Region: 2,3,4,5,6
Ton: Dolby Digital 2.0/Stereo
Bild:4:3
Sprachen: :Spanisch
Untertitel: Spanisch
Veröffentlichung: 24.6.2002
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Extras: mehrsprachige Untertitel, direkte Titelanwahl, Diskographie, Dokumentation

Region: 2
Ton: Stereo; Dolby Digital 5.1
Bild: 4:3
Laufzeit (DVD): 144 Min. (89 Min. Konzert; 55 Min. Dokumentation); Laufzeit (CD): 56 Min.
VÖ-Datum: 29.3.2004

Shakira – Live & Off The Record (Epic; DVD + CD)

„Der Mungo ist das einzige Tier, das die Giftschlange besiegen kann“, erläutert Shakira in der auf der DVD enthaltenen Dokumentation. Aus diesem Grund lautete das Motto ihrer letztjährigen Welttournee „Tour of the Mongoose“. Und wer die kleine Kolumbianerin kennt, der wird zugeben, dass auch das Powerpaket Shakira wichtige Eigenschaften mit dem Mungo teilt, zum Beispiel Hartnäckigkeit – in der erwähnten Doku schön dokumentiert. So setzt sich Shakira in einer Szene konsequent gegen ihren Manager durch, der ihr mit eindringlichen Worten von einem Konzert in Argentinien abrät. Kurz darauf steht Shakira mit Band auf der Bühne – in Buenos Aires.

Und wie die Fans wissen, führte selbige Tour auch durch Europa und machte dort u. a. in Rotterdam Station. Die DVD zeigt eben dieses Konzert. In keiner der 90 Konzertminuten kommt eine Spur von Langeweile auf, was nicht nur an Shakiras Sexappeal und der guten Musik liegt. Die Bühnenkulisse inklusive riesiger Leinwände beeindrucken ebenso wie der pausenlose Körpereinsatz der Künstlerin, die physisch an ihre Grenzen geht und darüber hinaus. Davon zeugen die obligatorische Sauerstoffmaske zwischen den Titeln und die plagenden Schmerzen im Anschluss – ebenfalls dokumentiert im Begleitfilm zur Tour.

15 Stücke werden dem Betrachter live geboten, darunter selbstredend die größten Hits aus jüngerer Zeit wie „Whenever, whereever“ als Höhepunkt des Konzerts und die Ballade „Underneath Your Clothes“. Insgesamt besteht die Setlist aus einer ausgewogenen Mischung von spanisch- und englischsprachigen Songs, darunter die nicht veröffentlichte AC/DC Coverversion von „Back in Black“. Was Konzertfilm und Dokumentation fair hervorheben: Shakira ist nicht nur eine Frau, sondern auch eine Band mit erstklassigen Musikern. Vor allem Shakira und Gitarrist Tim Mitchel bilden dabei ein harmonierendes musikalisches Team.

An Bild- und Tonqualität gibt es nichts zu mäkeln. Hier wurde professionelle Arbeit geleistet. Der Sound ist in stereo oder im Dolby Digital 5.1-Mix zu haben. Die Dokumentation ist untertitelt und darf sich mit 55 Minuten Laufzeit auch so nennen. Da ist man mit siebenminütigen Pseudo-Dokus auf diversen Musik-DVDs anderes gewohnt. Das Navigationsmenü ist sehr schön animiert und problemlos zu händeln. Wer nicht sehen will, darf hören – und zwar die Bonus-CD, die eine gekürzte Version des Rotterdam-Konzertes enthält. Alternativaufnahmen hätten da aber wohl mehr Sinn gemacht. So what: Zum wunschlosen Glück fehlen eigentlich nur noch die bisher erschienen Musikvideos und ein umfangreicheres Booklet als Alternative zum hier beigelegten Blatt mit Fotos, der Titelauflistung und Credits. Dennoch ist „Live an Off The Record“ zweifellos eine erstklassige DVD, mit der man zufrieden sein darf.

Titelverzeichnis:

DVD: 1. Intro/Ojos Asi 2. Se Te Vas 3. Ciega Sordomudo 4. The One 5. Mongoose & Snake 6. Back In Black 7. Rules 8. Inevitable 9. Estoy Aqui 10. Underneath Your Clothes 11. Octavo Dia 12. Ready For The Good Times 13. Tu 14. Poem To A Horse 15. Band Intros 16. Objection (Tango) 17. Whenever, Wherever

CD: 1. Ojos Asi 2. Si Te Vas 3. Underneath Your Clothes 4. Ciega Sordomudo 5. The One 6. Back In Black 7. Poem To A Horse 8. Tu 9. Objection 10. Whenever, Wherever

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Shakira – MTV Unplugged (Sony)

Während die Kolumbianische Singer/Songwriterin Shakira Mebarak hierzulande vielen erst mit ihrem Megahit „Whenever, Wherever“ zum Begriff wurde, genießt sie in Lateinamerika und den USA bereits seit längerem Kultstatus. Und das hat ihr immerhin bereits im August 1999 die Türen zu den New Yorker MTV-Studios geöffnet, wo sie ein mitreißendes Unplugged-Konzert gab.

Noch mit dunkler Haarpracht und mit spanischen Texten begeistert sie das Publikum mit einem erfrischend abwechslungsreichen Set. Auf einfühlsame Balladen folgt stimmungsvolle mexikanische Folklore (Ciega, Sordomuda) und orientalisches Flair (Ojos Asi). Anders als beispielsweise bei den Unplugged-DVDs von Lauryn Hill und der anstehenden Staind-Scheibe, die längere Versionen enthalten, entspricht der Shakira-Gig exakt dem im Fernsehen ausgestrahlten Konzert. Dafür gibt es ergänzendes Material in Gestalt eines 25-minütigen Making-ofs. Dazu kommen eine Biografie und eine Diskografie. Und was leider vielen Musik-DVDs fehlt: eine Untertitelung sowohl der Songs als auch der Dokumentation – auch in deutsch.

Am Sound – in stereo und Dolby Digital 5.1 – gibt es rein gar nichts zu beanstanden. Die lebhafte Liveatmosphäre kommt raumfüllend gut rüber. Auch das Bild liegt in guter Qualität vor, wie man es von professionellen Fernsehproduktionen gewohnt ist. Die später erschienenen Shakira-Hits sind natürlich nicht enthalten, was dem Konzertgenuss jedoch keinen Abbruch tut.

Tracklisting: Octavo Dia, Si Te Vas, Donde Estan Los Ladrones, Ciega, Sordomuda, Inevitable, Moscas En La Casa, Estoy Aqui, Tu, Sombra De Ti, No Creo, Ojos Asi

Extras: Making of, Diskografie, Biografie, Fotogalerie, Untertitel in deutsch, portugiesisch, französisch und englisch

Ton: pcm stereo, DD 5.1
Bild: 4:3
Laufzeit: 75 Min.
VÖ-Datum: 4.11.2002
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Sepultura – Chaos DVD (Roadrunner)

Drei bereits erschienene Videos vereint auf einer DVD. Der letztjährige Jubiläums-Silberling der Doors hat es vorgemacht. Und Roadrunner Records haben es mit „Chaos DVD“ von Sepultura aufgegriffen. „Under Siege“, „Third World Chaos“ und „We are what we are“ – alle in den 90ern erschienen – dokumentieren die wichtigste Phase der brasilianischen Thrash-Metaller, die schon in den 80ern zur ersten Liga der härteren Metal-Sparte zählten. Sepultura stehen für kompromisslosen harten Rock mit klaren Botschaften und mit einer starken lateinamerikanischen Verwurzelung, die mal mehr mal weniger Thema ist.

„Under Siege“ ist ein professionell produziertes Live-Video, aufgenommen am 31. Mai 1991 in Barcelona. Bereits damals im Programm: Das herausragende “Arise”. Garniert wird der Live-Set von Backstage-aufnahmen und Interviews. Laufzeit (56 Minuten).

Neben den zahlreichen Videoclips enthält „Third World Chaos“ ebenfalls Livemitschnitte, jedoch in lediglich akzeptabler (Castle Downington) oder eher bescheidener Homevideoqualität – („Holiday in Cambodia“). Die absoluten Höhepunkte des Videos und der gesamten DVD sind dagegen die Clips der „Chaos A.D.“-Phase inklusive dem preisgekrönten Video zu „Territory“. Auch hier macht ergänzendes Dokumaterial die gut 50 Minuten Film zu einer unterhaltsamen Angelegenheit.

„We are what we are“ schließlich zeigt in gut 20 Minuten drei Videos des Albums “Roots Bloody Roots”, mit ausführlichen Hintergrundinfos von der Band selbst. Die aufwändig inszenierten Kurzfilme geben – wie das gesamte dazugehörige Album - die traditionellen brasilianischen Bezüge von Sepultura am deutlichsten wieder.

Was Klang und Bild angeht toppt das neueste der drei Videos „We are what we are“ den Rest der Scheibe, da am aufwändigsten produziert. Insgesamt ist das Bild Ok, dem Sound – vorhanden in stereo - hätte alles in allem eine Überarbeitung nicht geschadet. Doch wollen wir zufrieden sein mit dem Dreierpack, den sich alle Freunde harten Metals getrost zulegen können.

Tracklists:
Under Siege (Live in Barcelona): Arise, Desperate Cry, Dead embryonic Cells, Mass Hypnosis, Altered State, Inner Self, Escape to Void, Troops of Doom, Beneath the Remains, Orgasmatron
Third World Chaos: Orgasmatron (Live), Slave new World, Kaiowas (Live), Refuse/Resist, Territory, Crucificados Pelo Sistema (Live), Arise, Dead Embryonic Cells, Holiday in Cambodia (Live), Inner self, Policia (Live)
We are what we are: Roots Bloody Roots, Ratamahatta, Attitude

Extras: Discographie, direkte Titelanwahl

Bild: 4:3
Ton: stereo
Laufzeit: 129 Minuten
Veröffentlichung: 19.8.2002
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Bonus-Material: Direkte Titelanwahl

RG: 0
Ton: Dolby Digital 5.1; pcm Stereo
Bild: 4:3
Laufzeit: 86 Min.
VÖ-Datum: 3.11.2003

Simon & Garfunkel – The Concert In Central Park (Mute)

Zwar kennen sie sich schon seit den 50er Jahren, doch verglichen mit vielen anderen Popgrößen haben sie nur eine relativ kurze Zeit gemeinsam Musik gemacht. Aber die wenigen Jahre von 1966 bis 1970 haben gereicht, um mehrere Dutzend Welthits zu erschaffen. Die meisten davon spielten sie am 19. September 1981 vor über 400.000 begeisterten New Yorkern im Central Park – quasi alles Nachbarn des Duos. Dieses Free Concert – anmoderiert vom New Yorker Bürgermeister – war eines von ganz wenigen Reunions der beiden seit 1970 und seinerzeit mit exorbitanten Einschaltquoten als Dokumentation im TV zu sehen. Die kurz darauf erschienene Doppel-LP verkaufte sich hervorragend.

Vor abendlicher Kulisse boten der große Blonde und der kleine Dunkle neben einigen Solotiteln ihre vielen großen Erfolge – unnötig sie alle aufzuzählen. Und trotz rund anderthalbstündiger Konzertdauer und 22 Titeln konnten nicht alle Hits untergebracht werden. So fehlen beispielsweise „Cecilia“ und „El Condor Pasa“. Deutlich ist zu sehen, dass selbst so alte Showhasen wie Paul Simon und Art Garfunkel vor einer halben Millionen Menschen mächtig nervös wirken. Das Duo und die Band agieren in einer skurrilen Bühnenkulisse aus Holz und Blech – ein hübscher Kontrast zu den Wolkenkratzern im Hintergrund. Showeffekte gibt es keine, was zählt ist die Musik, die in einem erstaunlich guten Klang vorliegt. Neben dem Stereo-Mix gibt es einen künstlichen Surround-Mix, der auch bei herkömmlichen Stereoanlagen einen etwas voluminöseren Effekt erzeugt. Die Bildqualität (Vollbild) kann ebenfalls überzeugen. Außer der obligatorischen direkten Titelanwahl enthält die DVD keine Extras. Dennoch ist sie ein unverzichtbares Stück Pophistorie.

Tracklist: 1. Mrs Robinson 2. Homeward Bound 3. America 4. Me And Julio Down By The Schoolyard 5. Scarborough Fair 6. April Come She Will 7. Wake Up Little Susie 8. Still Crazy After All These Years 9. American Tune 10. Late In The Evening 11. Slip Slidin' Away 12. A Heart In New York 13. The Late Great Johnny Ace 14. Kodachrome/Maybellene 15. Bridge Over Troubled Water 16. Fifty Ways To Leave Your Lover 17.The Boxer 18. Old Friends 19. Bookends 20. The 59th Street Bridge (Feelin' Groovy) 21. The Sound Of Silence 22. Late In The Evening/end credits

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Extras: FansRule-Doku mit deutschen-Untertiteln, Musikvideo „Bloodline“, Fotogalerie, direkte Titelanwahl

DVD-TYP: 9
Ton: Dolby Digital 5.1, Dolby Digital stereo
Bild: 4:3
Laufzeit: Konzert 90 Min., Doku 45 Min.
VÖ-Datum: 28.7.2003

Slayer – War At The Warfield (Island/DefJam)

Seit 20 Jahren sind sie im Geschäft, sie gelten als die Väter des Thrash-Metal, ihre Fans vergöttern sie und ihre Musikerkollegen respektieren sie. Ihre Bühnenshow kommt ohne größere Effekthaschereien aus, denn live sind sie eine Klasse für sich. Den Beweis haben unzählige Konzerte geliefert und liefert nun die erste offizielle Live-DVD. Aufgenommen wurde das Spektakel am 7. Dezember 2001 im Warfield Auditorium in San Franzisco während der „God hates us all“-Tour. 19 Songs – von ganz alt (Die by the Sword) bis seinerzeit brandaktuell (Bloodline, God sent Death) lassen die Wohnzimmer beben und die Trommelfelle vibrieren. Der Set baut einen Spannungsbogen auf, der am Ende in „Chemical Warfare“ und „Angel of Death“ kulminiert, dazwischen zum kurzzeitigen Luftholen „South of Heaven“, ein für Slayer-Verhältnisse eher getragenes Stück.

Nicht nur der Inhalt, auch die Produktion überzeugt. Die Bildqualität ist optimal, sehr scharf und ohne erkennbare Schwächen. Aufgezeichnet wurde mit zahlreichen Kameras aus allen erdenklichen Blickwinkeln, dennoch halten sich die Schnitte trotz der Geschwindigkeit auf der Bühne glücklicherweise in Grenzen, so dass sich das Auge auch schon mal einige Sekunden auf eine Perspektive einstellen kann. Zwischen den Songs gibt es immer wieder Einspielungen von Fan-Statements, die ausführlicher in der Doku „Fans rule“ zu sehen sind. Doch keine Angst: Alle Stücke sind komplett ausgespielt und die Unterbrechungen trüben den Konzertgenuss kaum. Auch dem Sound gebührt ein Lob. Zwar neigt man bei Slayer nicht dazu, irgendwelchen filigranen Passagen zu lauschen, aber auf einen Soundbrei kann man auch bei Thrash-Orgien wie dieser gut verzichten. Und so ist der gelungene Mix sehr zu begrüßen. Arayas Stimme ist nicht zu laut und nicht zu leise, der Bass kommt druckvoll, Hannemans und Kings Gitarren sind sauber getrennt und Paul Bustophs Drums machen den nötigen Dampf. Ein übrigens angemessener Ersatz für Dave Lombardo, wie Slayer-Fans wissen, nicht einfach zu haben.

Im Bonusmaterial steckt das ungekürzte Video zu Bloodline und eine Fotogalerie. Als Krönung gibt es dann noch eine dreiviertelstündige unter anderem in deutsch untertitelte Dokumentation. Zu Wort kommen darin die Bandmitglieder, Musikerkollegen wie Scott Ian und Kirk Hammet, in erster Linie aber die Fans – mindestens ebenso verrückt wie die Band. Für Tom Araya ist der typische Fan übrigens daran zu erkennen, dass er der hässlichste Typ der ganzen Straße ist (O-Ton). Verrückt sind auch die Interviewer. Beispiel: Frage an einen weiblichen Fan: „Würdest du dich töten lassen, wenn einer von Slayer Sex mit deiner Leiche haben wird?“ – Der Fan überlegt... Die DVD ist übrigens freigegeben ab 16! Und manchmal kommt es zu beinahe politikwissenschaftlichen Analysen: „Slayer stehen für Demokratie, für die Trennung von Kirche und Staat und für Amerika.“ Der Amaray-Box liegt ein achtseitiges Booklet bei, das einige Fotos enthält und die Credits. Fazit: Das Warten hat sich gelohnt. „War at the Warfield“ gehört zu den Highlights der laufenden DVD-Saison

Tracks: 01 Disciple 02 War Ensemble 03 Stain Of Mind 04 New Faith 05 Postmortem 06 Raining Blood 07 Hell Awaits 08 Here Comes The Pain 09 Die By The Sword 10 Dittohead 11 Bloodline 12 God Send Death 13 Dead Skin Mask 14 Seasons In The Abyss 15 Captor Of Sin 16 Mandatory Suicide 17 Chemical Warfare 18 South Of Heaven 19 Angel Of Death

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Slipknot – Disasterpieces (Roadrunner; 2 DVD)

Wenn man sich die Musik der neun Maskierten aus Iowa einmal vor Ohrenhält, sollte man nicht meinen, es mit Grammy-Preisträgern zu tun zu haben, die zudem mit zahlreichen goldenen und Platin-Schallplatten dekoriert sind. Doch von Beginn ihrer noch recht kurzen Karriere an war Slipknot der Erfolg treu. Und so konnte die Plattenfirma das Wagnis eingehen, eine aufwändige Doppel-DVD zu produzieren, die alle Fanwünsche restlos erfüllt.

Und Aufwand wurde hier reichlich betrieben. So sind die 15 Songs in der London Arena von 30! Kameras aufgezeichnet worden, einige gar an den Masken montiert. Mehrere Multiangle-Tracks lassen sich aus bis zu neun Perspektiven anschauen - für jeden Musiker eine. Der Sound ist ebenso monströs wie die Bühnenshow, die Anhängern der Band nicht näher beschrieben werden muss – Show-Highlight ist das Drumsolo und die unermüdliche Action auf der Bühne. Live wirkt die Mixtur aus ultrahartem Metal mit viel Percussion, etwas Elektronik und einer Prise Melodie halt noch aufwühlender als auf CD.

Außer dem Livekonzert (DVD 1) sind auf DVD 2 alle Videos versammelt, inklusive der animierten "Puppet"-Version von „Wait and bleed“. Dazu kommt Behind-the Scenes- und Backstage-Aufnahmen, die einen Eindruck davon vermitteln, welcher Aufwande hinter einem solchen Gig steckt. Ebenfalls enthalten ist der unveröffentlichte Audiotrack „Purity“. Alles in allem eine hohe Dosis Krach mit Qualität.

Tracklisting (Live-Konzert): People = Shit - Liberate - Left Behind - Eeyore - Disasterpiece - Purity - Gently - Eyeless - My Plague - New Abortion - The Heretic Anthem - Spit It Out - Wait And Bleed - (sic) - Surfacing
Tracklisting Videos: My Plague, Left behind (Director´s Cut), Wait and bleed, Wait and bleed (animiert), Spit it out

Extras: umfangreiche Foto-Gallerie, Backstage Aufnahmen, Behind-the-scenes Material, Multi-angle Kamera Perspektive

DVD-TYP: DVD 9
Ton: Stereo und Dolby 5.1
Bildformat: 4:3
Laufzeit: Gesamtspielzeit DVD: Über 2 Stunden (Konzert: 97 Minuten)
Gesamtspielzeit VHS: 115 Minuten
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
VÖ: 25.11.2002
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Bonus-Material: Behind-The Scenes + Scissors live (Ozzfest 99)

Ton: Pcm Stereo
Bild: 4:3
Laufzeit: ca. 40 Min.
VÖ-Datum: 17.11.2003

Slipknot – Welcome To Our Neighborhood (Roadrunner)

Wie schon im letzten Herbst, als die aufwändig produzierte Doppel-DVD „Disasterpieces“ zur Begutachtung anstand, musste der MVF-Webmaster sein Wohnzimmer während der Rezensionsphase zum Hochsicherheitstrakt erklären. Denn ein Slipknot-Video ist kein Familienprogramm – die lieben Kleinen müssen zugunsten ihrer gesunden Reifung und zu ihrem Unmut leider draußen bleiben. „Welcome To Our Neighborhood“ enthält unter anderem das 20-minütige gleichnamige VHS-Homevideo von 1999, das als solches zuletzt vergriffen war. Darin stellt sich der Achter aus Iowa knapp mit Namen zugehöriger Nummer und Instrument vor, bebildert mit videoclipartig geschnittenen Livebildern. Ebenso knapp erklären die Maskierten den Zusammenhang zwischen dem Bundesstaat Iowa und ihrer deformierten Psyche und beschreiben, was ein Slipknotkonzert ausmacht. U.a. darf der Zuschauer demnach Zeuge sein, wie sich die acht gegenseitig die Knochen brechen. Dazu gibt es Liveclips von „Surfacing“ und „Wait and Bleed“ sowie den Videoclip zu „Spit it out“.

Ebenfalls auf der Scheibe: etwa eine viertel Stunde Extras mit Behind-The-Scenes-Material und die auf dem `99er Ozzfest mitgeschnittene Performance zu „Scissors“. Das Menü unterteilt gemäß der Anzahl der Bandmitglieder acht unbetitelte Kapitel und ein nulltes dazu. Zunächst ist so nicht klar, wo sich Anfang und Ende befinden, was angesichts von knapp 40 Minuten Laufzeit jedoch nicht sehr ins Gewicht fällt, da schnell zu durchschauen. Aufgrund der Wortkargheit der Interviewten sind auch die fehlenden Untertitel zu verschmerzen. Was bleibt, ist ein angemessen guter Stereosound, der das organisierte Chaos druckvoll durch die Boxen bläst, und ein zeit- und bandgemäß hektisch geschnittenes Bild. Diese DVD ist zwar kein zweites „Disasterpieces“ aber zu jenem eine gute Ergänzung. Willkommen in der Nachbarschaft!

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Extras: 1. Chers Kommentar, 2. 1969 TV Pilot, 3. Sunny & Cher Karaoke (Gypsies, Tramps & Thieves, I Got You Babe, All I Ever Need Is You, 4. Music Videos (Gypsies, Tramps & Thieves, Dark Lady) 5. Interview mit den Produzenten 6. CBS Network Promos 7. Diskographie

Region: 0
Ton: Stereo
Bild: 4:3
Laufzeit: Ca. 540 Min.
VÖ-Datum: 13.9.2004

Sonny & Cher – The Sonny & Cher Ultimate Collection (Image Entertainment; bmg) 3 DVD

“The Ultimate Sonny & Cher Collection” ist keine Zusammenstellung von Clips, Konzert- und TV-Mitschnitten, wie der Titel es vielleicht nahe legt. Das Neun!-Stunden-Epos vereint auf drei DVDs statt dessen neun Folgen der in den Siebzigern beliebten „Sonny & Cher Commedy Hour“ bzw. der „Sonny & Cher Show“, wie sie später hieß. Im August 1971 als Sommerersatzprogramm für die Ed-Sullivan Show geplant, entwickelte sich das TV-Profil bald zum Dauerbrenner, der selbst die Trennung des Duos im Jahr 1974 überstand.

Zu sehen sind Showhighlights der Jahre 1971 bis 1977 – immer drei komplette Sendungen á ca. 50 Minuten Länge auf einer DVD in chronologisch Folge. Geboten wird ein – im wahrsten Sinne des Wortes – bunter Mix aus Comedy, Musik und witzigem Promitalk. Vor allem der bissige Schlagabtausch des streitbaren Paares Sonny Bono und Cher lässt den Humor der Sendung auch nach dreißig Jahren keineswegs angestaubt wirken. In den Sketchen erlebt man die beiden mal als chaotisches Ehepaar, mal als Caesar und Kleopatra und dann wieder als zweifelhafte Gäste einer billigen Hafenspelunke. Auch die Stargäste wie Burt Reynolds, George Foreman und sogar Ronald Reagan, der seine Präsidentenzeit noch vor sich hat, werden nicht vom Sarkasmus des Duos verschont. Damit erinnert die „Sonny & Cher Show“ ein wenig an die später gestartete Kultsendung „Saturday Night Live“.

Logisch, dass bei diesen Showmastern die Musik nicht fehlt. Meist singen sie selbst – als Duo oder Cher solo: zum einen eigene Kompositionen wie der Nummer-1-Hit „Gypsies Tramps & Thieves“ und zum anderen Coverversionen wie „Long Train Running“ (Doobie Brothers), „Games People Play“ (Joe South) oder „Love Grows“ (Edison Lighthouse). Aber auch musikalische Gäste sind mit den Jackson 5 (inklusive dem Teenager Michael), Tina Turner und Glen Campbell im Programm, die Darbietungen meistens lippensynchron.

Zu den Higlights der reichhaltigen Bonus-Abteilung gehört das Sonny & Cher Special der „Barbara McNair Show“ von 1969. Darin erhält das Duo die Hälfte der gesamten Sendezeit, um alte und (damals) neue Hits zu präsentieren. Weitere Extras: Der wahlweise einblendbare gesprochene Kommentar von Cher, Interviews mit den beiden Produzenten Allan Blye und Chris Bearde, einige Karaokenummern, zwei Promotrailer und zwei Musikvideos. Dazu kommen die beinahe schon obligatorischen Disko- und Biographien. Das animierte Menü ist recht hübsch und einfach zu bedienen. Alle Shows sind einzeln anzuwählen und auch die Szenen innerhalb der Sendungen können direkt angesteuert werden. Ton und Bild erreichen Seite an Seite nur mittelprächtige Werte. Es gibt eine Stereospur und eine weitere mit Chers Kommentaren. Das Bild ist zwar technisch Ok, es fehlt aber vor allem an Schärfe – das Alter der Aufnahmen ist dabei schon berücksichtigt. Der größte Mangel ist jedoch das Fehlen jeglicher Untertitel, was dem einen oder anderen, der des Englischen nicht so sicher ist, schon mal eine Pointe verhageln dürfte. Dennoch ist diese Dreierbox eine empfehlenswerte gigantische Zeitreise in die Popkultur der siebziger Jahre, die mit der Klappbox im Schuber und der bunten Aufmachung auch äußerlich anspricht. Ein Booklet wird durch die vielen Informationen auf der Box selbst überflüssig.

Titelverzeichnis: All I Ever Need Is You, Gypsies, Tramps & Thieves, The Way Of Love, A Cowboy's Work Is Never Done, Half-Breed, Dark Lady, I Got You Babe

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The best of Ringo Starr and his All Starr Band so far (Icestorm/DVD)

Es war 1989: Ringo Starr rief einige seiner Freunde an und schlug vor, nur ein bisschen Musik zu machen. Die Idee kam an und das Resultat war eine musikalische Fortsetzungsgeschichte mit wechselnden Darstellern. Alle paar Jahre stellte Ringo seitdem eine „All Starr Band“ zusammen und ging mit ihr auf Tour. Die DVD zeigt die Highlights der bisherigen vier Startruppen von 1989 bis 1997.

Mit dabei waren u.a. Dr. John, Randy Bachman (Ex Bachman-Turner-Overdrive, Ex Guess Who), Joe Walsh (Ex James gang, Ex Eagles), Nils Lofgrin, Timothy B. Schmidt (Ex Poco, Ex Eagles), Gary Brooker (Ex Procol Harum), Levon Helm (Ex Band), Todd Rundgren und Simon Kirk (Ex Free). Und so gibt es ein Wiederhören mit absoluten Rockklassikern wie Rocky Mountain Way, The Weight, All right Now und You ain´t seen nothing yet. Die musikalischen Leckerbissen sind erwartungsgemäß nicht die Gesangseinlagen von Ringo, sondern die Höhenflüge seiner hochkarätigen Mitstreiter. Für mich das Highlight: der Set mit Jack Bruce und Peter Frampton, die sich begeisternde Duelle an Gitarre und Bass beim Cream-Klassiker Sunshine of Your Love liefern.

Nur teilweise begeistert das Bild. Abstriche müssen hier bei den Aufnahmen vom Montreaux Jazz Festival von 1992 gemacht werden. Ansonsten aber bietet die Scheibe nur Wohltuendes für die Augen und vor allem für die Ohren – in Stereo, DD-Surround und gar in DTS.

Playlist: Honey don´t, Iko Iko, The Weight, Photograph, Don´t go where the Road don´t go, Rocky Mountain Way, The No no Song, Bang the Drum all Day, You´re sixteen, Yellow Submarine, I wanna be your Man, Groovin´, You ain´t seen nothin yet, Boys, I don´t come easy, Sunshine of your Love, Norwegian Wood, A whiter Shade of Pale, All right now, Act naturally, With a little Help from my Friends

Bonusmaterial: direkte Titelanwahl, Bonustrack „Yellow Submarine“ in alternativer Version

RG: 2
Länge: 96 Minuten
Ton: DD 5.1, DD stereo, DTS
Bild: 4:3 Pal
Veröffentlichung: 30. Oktober 2001
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Starsailor – Love is here (live) (EMI)

Eigentlich ein Paradoxon, dass ein auf den ersten Blick unscheinbarer 21-jähriger eine derartige Bühnenpräsenz entfalten kann wie James Walsh, Sänger, Songwriter und Gitarrist von Starsailor. Die DVD „Love is here (live)“ gibt mit 154 Minuten Laufzeit ausgiebig Gelegenheit, sich von seinen Qualitäten und von denen seiner drei Bandkollegen zu überzeugen.

Die Disc enthält alles, was eine gute DVD bieten kann: ein Konzert in voller Länge, alle Videoclips der Band, vier Dokumentationen und einiges mehr. Interessant – u.a. für Gitarristen – sind die beiden akustischen Versionen von „She just wept“ und „Tie up my Hands“. Sie zeigen Welsh solo mit Akustikgitarre, gefilmt von einer Standkamera in einer einzigen Einstellung. Wer eine Affinität zu elektronischer Musik hat, der wird bei den beiden Remixes von „Good Souls“ und Poor Misguided Fool“ aufhorchen.

Der Livegig – aufgenommen im Londoner Forum am 1.11.2001 – umfasst 15 Songs, darunter das komplette Debutalbum und das bis dato unveröffentlichte „Some of us“. Die Interpretationen der Album-Tracks bieten einige schöne Alternativen zu den Studioversionen – Beispiele: das psychedelische „Good Souls“ und das getragene „Tie up my Hands.

Bild- und Tonqualität rangieren im oberen Skalenbereich. Der Sound ist in Dolby Digital stereo und Surround verfügbar. „Love is here (live)” ist eine DVD, die keine Wünsche offen lässt. Kleiner zu vernachlässigender Makel: die fehlenden Untertitel der Dokumentationen. Ansonsten – Höchstwertung.

Tracklisting (Gig): 1. Alcoholic, 2. Poor misguided fool, 3. Fever, 4. Way to fall, 5. Coming down, 6. From a whisper to a scream, 7. She just wept, 8. Lullaby, 9. Some of us, 10. Talk her down, 11. Love is here, 12. Hot burrito No. 2, 13. Good souls, 14. Born to be with you, 15. Tie up my hands

Extras: Videoclips (Alcoholic, Lullaby, Poor Misguided Fool, Good Souls), Discographie, 2 Live-Akustiktracks, 4 Dokumentationen (On the Road, Making of “Love is here”, Aufnahme von “Born again”, “Channel-4-Doku, Remixes von “Poor Misguided Fool” und “Good Souls”)

RG: 1,2,3,4,5,6
Ton: DD 2.0, DD 5.1
Bild:16:9
Laufzeit: 154 min.
VÖ-Datum: 9.9.2002
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Extras: Archiv-Material: Wild World (Encore from Majikat 1976), If I laugh (The Old Grey Whistle Test 1971), Maybe You´re Right (BBC in Concert 1971), Tuesday´s Dead (Granada „Out Front“ 1971, Moonshadow (Teaser and the Firecat Animation), Father and Son (Promo); Interview in drei Teilen; direkte Titelanwahl, Diskographie, Lyrics, 16-seitiges Booklet

Region: 2
DVD-Format: 9
Ton: Dolby Digital Stereo; Dolby Digital 5.1; DTS
Bild: 4:3
Laufzeit (DVD): 135 Min.
VÖ-Datum: 17.5.2004

Cat Stevens – Majikat (Eagle Vision)

Neben Muhamad Ali ist Cat Stevens sicher die populärste westliche Persönlichkeit, die zum Islam konvertiert ist. Im Jahr 1978 vollzog er spontan mit diesem Schritt die völlige Abkehr aus dem Musik-Business und nennt sich seitdem Yusuf Islam. Knapp zwei Jahre zuvor befand er sich – auf dem Gipfel seines Starruhms – auf großer Welttournee, der Majikat World Tour 1976. Mit pompöser Bühnenshow, Filmprojektionen und Zauberern auf der Bühne präsentierte sich Stevens in ausverkauften Hallen noch einmal in bester musikalischer Manier.

Nun, knapp dreißig Jahre später, werden wir in den Fernsehsesseln Zeuge einer mitreißenden Show, die auf jener Tour in den USA aufgezeichnet wurde. Mit Bangen stellte sich zunächst die Frage, in welcher Bild- und Tonqualität liegt das alte zuvor unveröffentlichte Material wohl vor? Schon nach den ersten Tönen folgt die beruhigende Einsicht: alles Ok, Ton in sauberem Mehrkanalton, der Musik und Atmosphäre brillant einfängt, Bild in für das Alter sehr guter Verfassung. Die zweite Frage: Wie präsentiert sich der Künstler in einer Zeit, in der die Plattenproduktionen bereits relativ uninspiriert sind, die größten Hits einige Jahre zurückliegen und der Rückzug von der Musik unmittelbar bevorsteht? Auch hier: Entwarnung: Das Konzert reißt mit, Stevens ist gut aufgelegt und bringt beinahe alle bekannten Stücke, so z. B. „Moonshadow“, „Banapple Gas“, „Lady D´Arbanville“, „Father & Son“, „Oh Very Young“ und „Peace Train“. Nicht gespielt werden z. B. „Mathew and Son und „Morning has Broken“. Besonders das Zusammenspiel von Stevens mit seinem langjährigen Partner an der Gitarre Alun Davis jagt dem Zuhörer manchen Schauer über den Rücken – siehe Davis´ Akustikgitarrensolo bei „Sad Lisa“. Wenn es heißt, „Stevens ist gut aufgelegt“, so stimmt das nur zu 95 Prozent. Interessant ist in diesem Zusammenhang, den zuweilen schwierigen Charakter des Cat Stevens auf der Bühne zu erleben, der beispielsweise etwas überreagiert, als ein Roadie ihm den Mikrophon-Ständer mit Klebeband fixiert, und der schon einmal Unsinn ins Mikrofon hineinerzählt und sich dadurch selbst in Verlegenheit bringt.

Über seinen Umgang mit dem Ruhm, seine Biographie, seine Karriere, seine Platten und über seine Motive mit dem Business zu brechen und zum Islam überzutreten, spricht Yusuf Islam in einem ausführlichen dreiteiligen Interview, das zu dieser DVD-Produktion entstanden ist und das im Bonus-Material enthalten ist. Erfreulicherweise gibt es dazu wahlweise Untertitel in mehreren Sprachen, u. a. in deutsch. In den Extras finden sich außerdem einige musikalische Juwelen, so z.B. Archivaufnahmen aus dem „Old Grey Whistle Test“, weitere BBC-Mitschnitte, der Zeichentrickfilm zu „Moonshadow“ und der Promo-Clip zu „Father and Son“ – alles in sehr ansprechender Ton- und Bild-Qualität. Die bei Stevens nicht unwichtigen Songtexte sind ebenso nachzulesen wie eine Diskographie des Künstlers. Zu schauen gibt es zudem einiges in dem reichlich bebilderten 16-seitigen Booklet, das dem wunderschönen Dipipack beiliegt. An der luxuriösen Verpackung findet sich übrigens kein Gramm Plastik. Sogar die DVD-Halterung ist aus Schaumstoff. Diese DVD wird alle erfreuen, die mit der Musik von Cat Stevens etwas anfangen können – und das sind immer noch sehr viele. Eine dicke Empfehlung!

Titelverzeichnis: 1) Opening Sequence – The Doves 2) The Wind 3) Moonshadow 4) Where Do The Children Play 5) Another Saturday Night 6) Hard Headed Women 7) Miles From Nowhere 8) King Of Trees 9) Sun C79 10) Lady D’Arbanville 11) Banapple Gas 12) Majik Of Majiks 13) Tuesday’s Dead 14) Oh Very Young 15) The Hurt 16) Sad Lisa 17) Two Fine People 18) Fill My Eyes 19) Father & Son 20) Ruins 21) Peace Train

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Supertramp – The Story So Far (Polydor/Universal)

„Breakfast in America“, „The Logical Song“ oder „School“ sind beinahe so etwas wie Evergreens geworden und belegen die Bedeutung von Supertramp in den 70er und frühen 80er Jahren. Die kreative Meisterleistung war sicherlich das Album „Crime of the Century“, kommerzieller Höhenfliger das spätere „Breakfast in America“. Die meisten Hits dieser beiden Platten sind auf der neuen DVD enthalten, die bereits unter dem gleichen Titel 1990 als VHS-Kassette erschienen ist.

Dokumentiert wird die 83er-Tour, die so etwas wie eine Abschiedstournee war, denn Rodger Hodgeson, einer der Köpfe der Band, stieg kurz danach aus. Von den wichtigen Songs fehlen „Take the long Way Home“ und „It´s raining again“. Sonst ist alles vertreten, inklusive dem wunderbaren „Give a little Bit“. Interviews und Liveaufnahmen sind löblicherweise voneinander getrennt, so dass die Musik komplett am Stück zu genießen ist. Wobei der Genuss von der doch recht bescheidenen Soundqualität – in Dolby Digital 2.0 oder LPCM stereo – etwas getrübt wird. Vor allem der Hochtonbereich wird schmerzlich vermisst. Das Bild – immerhin fast 20 Jahre alt – macht dagegen einen recht ordentlichen Eindruck.

Die zusätzlich enthaltenen Promo-Videos entstammen der Spätphase der Band Mitte der 80er Jahre. Damals versuchten die verbleibenden Bandmitglieder sich an seichten Diskoklängen, die im beginnenden MTV-Zeitalter professionell als Videoclips produziert wurden. Dazu gibt es die komplette Supertramp-Diskographie. Fazit: Für Fans der Gruppe, die es sicher immer noch zahlreich gibt, eine Bereicherung der Sammlung. Für Soundfreaks und DVD-High-Ender nicht gerade die Krönung.

Tracklist: Live: Crazy, Ain't Nobody But Me, Breakfast In America, Bloody Well Right, Give A Little Big, From Now On, The Logical Song, Goodbye Stranger, Dreamer, School, Crime Of The Century
Promo Videos: My Kind Of Lady, Cannonball, Better Days, Free As A Bird, I'm Beggin' You

Extras: Interviews, Discographie, direkte Titelanwahl

Region: 0
Bild: 4:3
Ton: DD 2.0, LPCM stereo
Laufzeit: 104 Minuten
Veröffentlichung: 16.9.2002
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